Webkurs im Textildesign

Webkurs im Textildesign

(1, 2 + 3) Aufzeichnungen aus dem Kurs, Bindungslehre und Zeichnungen von Webpatronen (4) Webproben (5 + 7) Erprobungen am Tastenwebstuhl
(6, 8 + 9) Doppelwebstuhl, ich webe nach einem eigenen Entwurf ein Gewebe


WEBEN

Um das Handwerk und das System des Webens im Ganzen zu begreifen, wollte ich selbst einmal an einem Webstuhl arbeiten. Im September 2018 nahm ich zu diesen Zweck an einem einwöchigen Einführungskurs in den Webwerkstätten des Textildesigns teil. Neben einer theoretischen Vermittlung der Grundbindungsarten Leinwand-, Köper- und Atlasbindung erlernte ich das Lesen und Zeichnen von Webpatronen. Nach einer Einführung in die vorhandenen Webstühle konnten wir die Bindungen an unterschiedlichen Webstühlen erproben und mit dem vorhandenen Material frei experimentierten.

Im Anschluss an den Kurs arbeitete ich zwei Wochen eigenständig an einem Doppelwebstuhl. Mit 8 Webtritten konnte man an ihm unterschiedliche Webfächer bilden und dadurch Muster weben. Diese Art von Webstuhl wurde auch am Bauhaus verwendet. Nach einem eigenen Entwurf webte ich ein Textil.

Die Recherche in der Weberei erbrachte mir viele Erkenntnisse und Impulse für meine eigene Arbeit. Neben einem besseren technischen Verständnis erlernte ich das Lesen der Notationssysteme und sammelte eine Fülle an Bindungspatronen (Mustervorlagen), nach denen ich zukünftig meine Matrizen aus Papier anfertigen kann. Sehr eindrücklich war das zweiwöchige Weben an einem eigenen Webstück. Erst durch einen eigenen Entwurf und dessen Umsetzung durchdringt man das System des Webens, bedenkt die Möglichkeiten und Grenzen dieses komplexen Zusammenspiels aus Kett- und Schussfäden. Auch für das Erfahren der zeitlichen und körperlichen Dimension beim Weben war mein Besuch in den Textilwerkstätten ein großer Zugewinn.

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